Ob Papierherstellung, Kunststoffverpackungsdruck, chemische Prozesse oder komplexe Werkzeugmaschinensysteme – der Transfer von Medien zwischen stehenden und rotierenden Komponenten ist eine permanente ingenieurtechnische Herausforderung.

 

Was ist ein Rotationsgelenk?

Ein Rotationsgelenk, auch Drehdurchführung oder Rotary Union genannt, ist eine hochpräzise mechanische Dichtungseinheit, die den Übergang eines Fluids (flüssig oder gasförmig) von einer stationären Versorgungsleitung zu einem rotierenden Maschinenteil ermöglicht.
Beispielsweise muss bei einer beheizten Walze in der Papierindustrie oder einer Werkzeugmaschinenspindel Kühlmittel zugeführt werden, während sich das Bauteil mit hoher Drehzahl bewegt – leckagefrei und bei konstantem Druck. Genau das ermöglicht das Rotationsgelenk.

Gängige Begriffe in der Industrie:

  • Rotationsgelenke (allgemein)

  • Drehdurchführungen

  • Dampfgelenk

  • Wassergelenk

  • Hydraulischer Drehverteiler

  • „Der Johnson“

 

Aufbau eines Rotationsgelenks

Ein Rotationsgelenk besteht aus exakt aufeinander abgestimmten Komponenten:

  1. Gehäuse: Stationärer Teil, an die Medienversorgung angeschlossen.

  2. Rotor (Welle/Nippel): Direkt mit der rotierenden Maschine verbunden.

  3. Mechanische Dichtung: Zentrales Element zur Leckagevermeidung.

  4. Lager/Führungen: Gewährleisten Ausrichtung und reibungsarme Rotation.

 

 

Warum ist die Dichtung das kritischste Element?

Die Dichtung ist gleichzeitig Druck, Reibung und Temperaturwechseln ausgesetzt. Hohe Drehzahlen, aggressive Medien oder häufige Temperaturzyklen beschleunigen den Verschleiß.
Die eigentlichen Kosten eines Dichtungsausfalls liegen nicht im Ersatzteil, sondern in Energieverlusten, Sicherheitsrisiken und Produktionsstillständen. Ein Rotationsgelenk ist daher nur so gut wie sein Dichtungssystem.

 

 

Was bedeutet „balancierte Dichtung“?

Balancierte Dichtungen reduzieren den Einfluss des Mediendrucks auf die Anpresskraft der Dichtflächen. Die Dichtkraft wird primär durch Federn bestimmt, was zu stabilerem Betrieb, geringerem Verschleiß und besserer Vorhersagbarkeit führt – insbesondere bei Wasser, Kühlmedien, aber auch bei Dampf und Gasen.

 

Selbsttragend oder extern abgestützt?

Selbsttragende Gelenke sind kompakt und für viele Standardanwendungen geeignet.
Extern abgestützte Gelenke entlasten die Maschinenwelle und werden bevorzugt bei großen Durchmessern, hohen Drehzahlen oder anspruchsvollen Bedingungen eingesetzt. Die Wahl hängt vom Anwendungskontext und Anlagenlayout ab.

 

 

Warum sind Rotationsgelenke essenziell für Ihre Produktion?

Ein korrekt ausgelegtes Rotationsgelenk beeinflusst vier zentrale Produktionsfaktoren:

  1. Energie- und Wärmeeffizienz

  2. Zuverlässigkeit und reduzierte Stillstandszeiten

  3. Arbeitssicherheit

  4. OEM-spezifische Anpassung

 

 

 

„Pass mir den Johnson“: Wenn eine Marke zum Bauteil wird

In einer Papierfabrik wird man einen Techniker nur selten nach einer „mechanischen Dichtungseinheit für rotierende Zylinder“ fragen hören. Viel wahrscheinlicher ist: „Wir müssen den Johnson wechseln.“

Seit 1933 war die von Kadant Johnson eingeführte Innovation so disruptiv, dass der Firmenname selbst zum Namen des Bauteils wurde. Für Generationen von Instandhaltungsfachleuten stand „der Johnson“ synonym für einen Dampf-Drehdurchführer – eine implizite Anerkennung von Zuverlässigkeit, die wir bei Johnson-Fluiten weiterhin würdigen, indem wir diese ursprüngliche Technologie konsequent für die Herausforderungen von Industrie 4.0 weiterentwickeln.

 


 

FAQ: Technische Fragen, die sich jeder Instandhaltungsleiter stellt

Wie wähle ich den richtigen Drehdurchführer aus?
Der Rohrdurchmesser allein ist nicht ausreichend. Für eine korrekte Auslegung bewerten unsere Ingenieure:

  • Fluidart: Dampf, Wasser, Öl, Luft usw.

  • Drehzahl (RPM): entscheidend für die Auswahl von Lager- und Dichtungstechnologie.

  • Druck und Temperatur: bestimmen Gehäuse- und Dichtungsmaterialien.

  • Erforderliche Durchflussmenge: zur Vermeidung übermäßiger Druckverluste.

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Warum leckt mein Drehdurchführer?
Hauptursachen sind unter anderem:

  • Fehlausrichtung zwischen Drehdurchführer und Maschinenrotor

  • Rohrspannungen durch starre Leitungen anstelle flexibler Metallschläuche

  • Schlechte Fluidqualität mit Partikeln oder Ablagerungen, die die Dichtflächen beschädigen

  • Verwendung von Nicht-OEM-Ersatzteilen mit unzureichenden Toleranzen

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Was ist ein Mehrkanal-Drehdurchführer (Multi-Pass Rotary Joint)?
Ein Drehdurchführer, der mehrere Fluide gleichzeitig über getrennte Kanäle führt. Unverzichtbar überall dort, wo eine einzelne rotierende Achse unterschiedliche Funktionen versorgen muss (z. B. Hydraulik und Pneumatik). Zur Vermeidung von Medienübertritt zwischen den Kanälen kommen Weichdichtungen (O-Ringe) oder spezielle Lippendichtungen zum Einsatz.

 

Technisches Glossar – zentrale Begriffe

Anti-Rotationsstange: Starre Stangen, die verhindern, dass sich das Gehäuse des Drehdurchführers mit dem Rotor mitdreht.

Siphon: Internes Rohrleitungssystem (stationär oder rotierend) zur Abführung von Kondensat oder Abgasfluiden.

Q-Flansch: Schnelltrennflansch, der Wartungsarbeiten erheblich vereinfacht.

DuraSeal™: Fortschrittliche Dichtungstechnologie mit elastomeren oder plastomeren (PTFE-)Werkstoffen für dynamische Anwendungen.

Durchfluss-Sichtanzeiger (Sight Flow Indicator): Visuelles Gerät zur Überwachung des Fluiddurchflusses und zur Erkennung von Luftblasen oder Verunreinigungen.

 


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Autore dell’articolo

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Victor Caronni – Marketing Manager 

Victor Caronni is a Marketing Manager with extensive experience in B2B industrial marketing and technical communication. He personally create, plans, and executes strategies, campaigns, and content for the Kadant and Johnson-Fluiten brands, overseeing every stage of the process. He specializes in integrated digital marketing strategies that align with business objectives and deliver a direct impact on revenue. His approach combines strategic vision with hands-on execution, ensuring that every initiative generates measurable and lasting results.

 

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